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Veranstaltungen im Postfuhramt

24.02. bis 06.05.2007: WEEGEE's STORY
Fotografien aus der Sammlung Berinson

C/O Berlin, The Cultural Forum for Photography, präsentiert vom 24. Februar bis 6. Mai 2007 die Ausstellung WEEGEE's STORY. Die Eröffnung findet am Freitag, den 23. Februar 2007, ab 19 Uhr bei C/O Berlin, Oranienburger Straße / Ecke Tucholskystraße, statt. Im Anschluss eröffnet die C/O Lounge.

Weegee ist der Prototyp des modernen Bildjournalisten. Seine Fotografien treffen einen mit voller Wucht, kompromisslos und ungeschönt. Kriminelle, Obdachlose, Unfallopfer, Exekutierte und Randexistenzen der Straße – aber auch Liebespaare, Wochenendausflügler und Besucher von Jazz-Clubs, Varietés und Kinos. Es ist das New York der 1930er und 1940er Jahre, die Menschen und ihre Geschichten, die in seinen Bilden intensiv aufleben. Weegee spürt als Sensationsfotograf die verborgenen Seiten des Großstadtlebens auf, immer aus einem besonderen Blickwinkel heraus. Denn er fängt nicht das Feuer, sondern die Feuerwehrmänner ein, nicht die Todesschützen, sondern ihre Leichen, nicht die Schaulustigen, bei Unglücken, sondern die gequälten, geschockten Opfer, nicht die Stars, sondern deren Bewunderer. So sind seine Fotografien immer sensible Aufnahmen von den ungekünstelten Emotionen der einfachen Leute und einzigartige, historische Dokumente des Alltags, des Chaos und der Katastrophen auf der Straße.

Jede seiner Fotografien hat Weegee für die Vermarktung in den täglichen Massenmedien produziert. Der Kunstmarkt und die Museen haben seine Bilder und deren künstlerische Qualität erst später, in den 1960er Jahren, entdeckt. Wegee setzte nicht nur neue Maßstäbe in der Reportagefotografie, sondern prägte auch eine eigene Bildsprache und einen künstlerischen Stil, der das Werk nachfolgender Fotografen wie das von Diane Arbus, Garry Winogrand und William Eggleston beeinflusst hat.

Erstmals in Berlin präsentiert C/O Berlin eine umfassende Werkschau mit 217 Schwarz/Weiß-Fotografien sowie Videos von und über Weegee. Alle Exponate sind Vintage-Prints, die der Galerist und Sammler Hendrik Berinson über einen Zeitraum von mehr 20 Jahren zusammengetragen hat. Es handelt sich um die bedeutendste und umfangreichste Sammlung Weegees weltweit, die ausschließlich aus Originalabzügen des Fotografen besteht. Sie enthält sowohl alle berühmten Bilder wie z. B. "Coney Island" "Cop- Killer" und "The Critic", als auch Motive die Weegee aus rein persönlichem Interesse gemacht hat und die weitgehend nur als Unikate existieren. Die Sammlung wurde bisher im Rupertinum Salzburg, Museum of Modern Art, Oxford, Magasin 3, Stockholm, Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur, Köln, Chrysler Museum of Art, Norfolk, Philadelphia Art Alliance, Philadelphia und im Israel Museum, Jerusalem gezeigt.

Es ist fast unmöglich, das Werk von Weegee zu betrachten und nicht emotional berührt zu werden. Das ist das Bezeichnende seiner Fotografien - Weegee möchte, dass der Betrachter involviert ist. Die Fotografien sind von großer Direktheit und Treffsicherheit. Nichts steht ihrem Verständnis im Weg. Sie sind so plakativ, dass sie auch ohne Bildunterschriften auskommen könnten. Ihr Markenzeichen ist die unmittelbare Nähe, frontal und hart mit dem Blitz ausgeleuchtet. Stil, Aufbau oder Qualität sind für Weegee nebensächlich. Stattdessen will er den richtigen Augenblick auf Film festhalten. Er erfasst die Geschichte so spontan, wie sie geschieht.

Weegee, eigentlich Arthur Fellig (geboren am 2. Juni 1899 in Zloczow bei Lemberg, Galizien), wanderte 1910 in die USA aus und arbeitete ab 1913 in New York als Straßen- und Porträtfotograf, später auch als Fotolaborant bei der Agentur Acme Newspictures. Ab 1935 war er freier Polizeireporter, der sich selbstironisch den Namen „Weegee the Famous” gab. Seine Aufnahmen mit einer 4x5-Speed-Graphic-Kamera wurden regelmäßig in angesehenen Zeitungen wie Herald Tribune, New York Times, Daily News und Sun abgedruckt. Mit der Publikation seines Buches „Naked City”, in dem er seine Verbrechens- und Unfallfotografien mit Aufnahmen von Armen und Obdachlosen kombinierte, wurde Weegee auch außerhalb der Medien berühmt. Ab Mitte der 1940er Jahre gab er den Fotojournalismus auf und wandte sich der Werbefotografie für verschiedene Magazine wie Life, Look und Vogue zu, wurde Berater für Filmprojekte wie z.B. für Stanley Kubrick, Foto-Karikaturist und Kurzfilmer. Zwar hatte er mit diesen Projekten wenig Erfolg, aber er blieb diesen Experimenten treu. Neben Ausstellungen unternahm Weegee in den 1950er Jahren Reisen nach Europa und Russland, um seine verschiedenen Projekte in Vortragsreihen vorzustellen.

WEEGEE's STORY

Fotografien aus der Sammlung Berinson

Ausstellungsdauer 24. Februar bis 06. Mai 2007

Ort C/O Berlin . Postfuhramt
Oranienburger Straße / Ecke Tucholskystraße . 10117 Berlin
Öffnungszeiten Montag bis Sonntag . 11 bis 20 Uhr
Eintritt 5 Euro . ermäßigt 4 Euro

(Stand: 19. Februar 2007)